Jugend-, Konflikt- und Drogenberatung

Suchthilfe umfaßt die Maßnahmen der Prävention, Beratung, Selbsthilfe, psychosozialen Betreuung, Vermittlung in Behandlung/Rehabilitation und Wiedereingliederung. Die Arbeit der JKD orientiert sich an einer bedarfsgerechten Versorgungsstruktur, d.h. die Beratungs- und Betreuungsangbote richten sich nach den spezifischen Lebensbedingungen der Klienten, um ein bedarfsgerechtes / integriertes / flexibles Versorgungskonzept realisieren zu können.

Die JKD hält Angebote für die in der Stadt Herne lebenden Suchtmittelabhängigen und -gefährdeten sowie deren Angehörigen vor und vernetzt ihre Maßnahmen im fachlich erforderlichem Maße mit anderen Trägern des psychosozialen Versorgungssystems in Herne.

Link zum Schaubild der Psycho-Sozialen Beratung als PDF:

JKD (Schaubild 2018)

Der Frühintervention geht Früherkennung voraus. Früherkennung von riskantem Konsum wird einerseits bei Konsument*innen selbst gefördert, z.B. indem Selbsttests zum Konsumverhalten zugänglich gemacht werden. Andererseits sensibilisieren Fachkräfte der Frühintervention Multiplikator*innen und Angehörige, für riskanten Konsum aufmerksam zu sein und diesen ansprechen zu können.

Ein zentrales Element der Frühintervention ist es, gemeinsam mit Klient*innen individuelle Ressourcen bewusst zu machen und diese zu fördern. Typische Methoden, die in diesem Arbeitsfeld genutzt werden, sind Motivational Interviewing und Risikopädagogik.

Frühintervention soll in Strukturen beginnen, die bereits bestehen, wie z.B. in Schulen, Sportvereinen, Jugendzentren oder Betrieben. Idealerweise sind Multiplikator*innen geschult, frühinterventiv tätig zu werden. Sie sprechen das Konsumverhalten an und vermitteln ggf. an Fachkräfte in Beratungsstellen.

Niedrigschwellige Hilfen wenden sich an Menschen, die in ihrer aktuellen Lebenssituation keine Entscheidung bezüglich jedweder Veränderung treffen wollen oder können.

Die JKD stellt Hilfen zur Verfügung, ohne weitergehende Anforderungen zu stellen. Diese „anforderungsarmen Hilfen“ bieten Grundversorgung, Beratung, Ausstiegs- und Inklusionshilfen an. Für viele der Betroffenen bedeuten sie einen ersten Kontakt zum Hilfesystem, eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Suchtmittelkonsum und den Beginn eines Ausstieges aus der Abhängigkeit.

  • Abhängige von legalen und illegalen Suchtmitteln
  • Menschen in umfassenden Notlagen (materiell, sozial, gesundheitlich, persönlich)
  • Menschen in prekären Lebenslagen, destruktiven Lebenswelten, in gesellschaftlicher Exklusionssituation, ohne echte Chance auf Teilhabe
  • Personen, die oft nicht in der Lage sind, selbstständig weiterführende Hilfen in Anspruch zu nehmen, oder sich in ablehnender Haltung dazu befinden
  • Grundversorgung durch Basis- und Überlebenshilfen
  • Krisenintervention, sozialarbeiterische, medizinische, psycho-soziale, administrative Beratung, Soforthilfe und Unterstützung in Form multidisziplinärer Hilfen
  • Hilfen bei behördlichen und rechtlichen Fragestellungen und Bedarfen
  • Weitervermittlungen in das Hilfesystem bzw. in ausstiegsorientierte Maßnahmen
  • Aufsuchende Hilfen

Beratung ist eine personen- und strukturbezogene soziale Hilfeleistung. Sie setzt somit eine gemeinsame Anstrengung und Leistung aller Beteiligten (Berater/Beratene und ggf. Kostenträger) und klare Zielvereinbarungen voraus. Professionelle (Sucht-)Beratung ist eine konkrete Entwicklungs- und Lebenshilfe. Zentraler Inhalt ist der Aufbau einer helfenden Beziehung mit den Klient*innen. Dieses Arbeitsbündnis ist die Grundlage dafür, eine ambivalente Veränderungsmotivation, wie sie typisch ist für Suchtmittelkonsumierende, in Richtung einer Stärkung jener Veränderungsmotivation aufzulösen.

Insbesondere bei schwer traumatisierten Klient*innen oder solchen mit einer starken Ausprägung einer psychischen Komorbidität stellen die Erarbeitung eines tragfähigen Arbeitsbündnisses und die Auflösung der Ambivalenz zur Veränderung eine besondere Herausforderung dar und können sich über einen längeren Zeitraum erstrecken.

Beratung hat immer auch eine diagnostische Seite, um

  • den Ratsuchenden als Person zu erfassen,
  • die soziale Einbettung der Person zu erfassen und
  • den professionellen Beratungsbedarf zu erfassen, d.h. die Kenntnisstände, die schon vorhanden sind.

Zur Sicherung des fachlichen Handelns (Prozessqualität) dienen die professionell angewandten Verfahren konzeptgebundener Qualitätssicherung, Fallbesprechungen im multidisziplinären Team oder im kollegialen Verbund, Supervision, Fort- und Weiterbildung.

Das Angebot der Suchtberatung richtet sich an Menschen mit stoffgebundenen Problemen (z.B. Alkohol, illegale Drogen, Medikamente) und nicht-substanzbezogenen Verhaltenssüchten (z.B. Pathologisches Glücksspiel, Medienabhängigkeit, Essstörungen) sowie an deren Angehörige und Menschen aus deren sozialem Umfeld.

  • Das Überleben zu sichern
  • Den Missbrauch bzw. riskanten, schädlichen und/oder abhängigen Gebrauch psychoaktiver Substanzen sowie verhaltensbezogener Störungen möglichst zu vermindern
  • Zur Einstellung des Konsums beizutragen, ihn ggfs. zu reduzieren bzw. daraus resultierende Schäden zu minimieren.

Die Angebote sollen in erster Linie dazu beitragen:

  • Die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen dauerhaft zu verbessern
  • Die selbstbestimmten Möglichkeiten zu erhöhen und
  • Eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu realisieren

Übergeordnete Ziele der Behandlung und Betreuung sind:

  • Die Verbesserung der körperlichen und seelischen Gesundheit und
  • Die Förderung bzw. Erhaltung der sozialen und ggfs. beruflichen (Re-)Integration.

Die ambulante Beratung und Betreuung setzt sich aus verschiedenen Interventionsformen zusammen:

  • Kontaktaufnahme, Beziehungsaufbau und Fallverstehen (inkl. Ziel- und Kontextklärung)
  • Beratung und Information sowie praktische Hilfe, z.B. bei der Vermittlung von Arbeit, Schule und Wohnraum, Hilfen zur Strukturierung von Freizeit, Abklärung von Strafverfahren und Bewährungsauflagen
  • Hilfeplanung, -fortschreibung und -anpassung (inkl. Prüfung des Entwicklungsgrades)
  • Vermittlung (u.a. in Entgiftung und Therapie) und Koordination
  • Begleitung (Unterstützung der Klient*innen während des gesamten Prozesses der Inanspruch-nahme psychosozialer Hilfen, auch außerhalb des Systems Suchthilfe, ggf. Prozesssteuerung)
  • Krisenintervention
  • Trainings (z.B. Rückfallprophylaxe)
  • Motivierende Kurzintervention

Konsumreduzierende und/oder abstinenzbegleitende Interventionen.

Die Fachkräfte der Beratungsstellen vermitteln in stationäre Therapieeinrichtungen und bei entsprechenden Voraussetzungen in die ambulante Therapie. Sie unterstützen Interessent*innen und ihre Angehörigen bei allen Angelegenheiten, die im Zusammenhang mit der Leistungsbewilligung eines Therapieplatzes auftauchen können, und begleiten vom ersten Kontakt bis zum Therapieantritt.

Hierzu gehören:

  • Klärung der versicherungsrechtlichen Fragen
  • Klärung der justiziellen Gegebenheiten, Kontakthaltung Staatsanwaltschaft
  • Erstellung eines Sozialberichtes (soziales Suchtgutachten)
  • Organisation der Entgiftung
  • Einleitung des medizinischen Gutachtens
  • Unterstützung bei Erreichung der Therapieplanung
  • Beantragung der Leistungsübernahme beim Rentenversicherungsträger
  • Therapievermittlung in den JVA‘en
  • Prozessbegleitung während der Therapiezeit und Organisation der Nachsorge.

Für uns steht der Begriff der psychosozialen Betreuung als Sammelbezeichnung für verschiedene Maßnahmen und Angebote, die den Erfolg einer Substitutionsbehandlung fördern. Es handelt sich um einen mittel- bis längerfristigen Prozess, der sich im Wesentlichen an den Zielsetzungen, Möglichkeiten und Ressourcen der Klienten orientiert.

Die psycho-sozialen Betreuung ist ein umfassendes Therapiekonzept als Ergänzung der originären, medizinischen Behandlung, dass die Prüfung des Bedarfes sowie die Verlaufsdokumentation von PSB-Maßnahmen beinhaltet.

Anforderungen an die PSB sind u.a.:

  • psychosoziale Indikationsstellung und regelmäßige Überprüfung der Indikation
  • psychosoziale Anamnese und Diagnostik
  • Behandlungsplanung in Abstimmung mit dem medizinischen Bereich
  • Rückfallprophylaxetraining

PSB soll

  • ein niedrigschwelliges Gesprächsangebot sein,
  • im Umgang mit Ämtern etc. helfen,
  • Informationen über weitergehende Hilfsangebote vermitteln,
  • Möglichkeiten der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung fördern/unterstützen,
  • mit Verhaltensauffälligkeiten konfrontieren und
  • die Verbindung/Kooperation mit dem Arzt gewährleisten.

Behandlungspraxis bei Beikonsum

Bei vorliegendem Konsum ist insbesondere an folgende Gründe zu denken:

  • eine erfolgte Destabilisierung der individuellen Lebenssituation.
  • eine inadäquate Dosierung oder Wahl des Substitutionsmittels.
  • eine komorbide psychische oder somatische Erkrankung.

Hierbei ist die Zusammenarbeit mit der psychosozialen Betreuungsstelle angeraten.

Rahmenbedingungen

Wir garantieren Ihnen:

  • Akzeptanz für Ihre Situation
  • Anonymität für Ihre Probleme
  • Vertraulichkeit bei Ihren Themen
  • Wertschätzung für Ihre Person

Montag bis Donnerstag von 9.00 – 18.00 Uhr

Freitag von 14.00 – 17.00 Uhr

Telefon

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unter der Telefonnummer 02325/3891

(Außerhalb dieser Zeiten können uns Anrufer eine Nachricht auf einem Anrufbeantworter hinterlassen)

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