Ambulante medizinische Rehabilitation (ARS)

Mit der Ambulanten Rehabilitation Sucht besteht ein Behandlungsangebot, dass den Rehabilitand*innen die Möglichkeit eröffnet, während der Behandlung eine Berufstätigkeit in vollem Umfang fortzuführen. Die ARS basiert auf dem Rahmenkonzept der DRV und GKV (2008) und soll den Rehabilitand*innen bei der weiteren Stabilisierung seiner Abstinenz und der Aufarbeitung noch anstehender Probleme unterstützen.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 6-12 Monate bei 20-40 Therapieeinheiten, in begründeten Einzelfällen erfolgt eine Verlängerung auf 18 Monate. Die ARS beinhaltet 40 Therapieeinheiten (Einzel- und Gruppengespräche). Im Normalfall finden die Therapiegespräche wöchentlich statt, ggf. auch Gespräche mit Bezugspersonen (mit Partner, Eltern u.a. sind 2 oder 4 Therapieeinheiten je nach Maßnahme in einem Bewilligungszeitraum von 6 Monaten vorgesehen).

Mit der Möglichkeit der vorübergehenden substitutionsgestützten Rehabilitation (< 60 mg Methadon) erschließt sich ein neues Hilfsangebot. Voraussetzung ist die Beikonsumfreiheit von mindestens 4 Wochen vor Beginn der Maßnahme. Es werden Patient*innen erreicht, die bisher an Rehabilitations-leistungen nicht teilnehmen konnten.

Nach Erfahrung aller für die im Bereich der Essstörungen Tätigen sind insbesondere ambulante Maßnahmen notwendig, um längerfristig ein gesundes Essverhalten in den Alltag zu integrieren und ggf. das im stationären Setting erworbene Wissen im Alltag umzusetzen.

Ganztägig ambulante medizinische Rehabilitation

Bei der Ganztägig ambulanten medizinischen Rehabilitation handelt es sich um eine Entwöhnungs-behandlung. Die wöchentlichen Therapiegespräche werden in Form von Einzel- und Gruppengespräche durchgeführt. Für die Patient*innen besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Familiengesprächen mit Partnern, Eltern, Kindern schwierige und belastende Beziehungen zu klären und zu bearbeiten. Die Regeltherapiedauer beträgt 17 Wochen. Es stehen 6 Therapieplätze zur Verfügung.

Ganztägig ambulante medizinische Rehabilitation setzt ein relativ intaktes Umfeld voraus und gewährleistet Alltagsnähe, d.h. einen direkten Kontakt zum Lebensumfeld der Patient*innen. Im Mittelpunkt steht die Stabilisierung der Patient*innen in der unmittelbaren Konfrontation mit ihrem Alltag speziell im Hinblick auf die berufliche und soziale Integration und die Festigung der Abstinenz. Die eigenständige Weiterbearbeitung relevanter Themen mit den Supportsystemen (Selbsthilfegruppe, Familie, Lebenspartner etc.) ist angestrebt.

Um den Patient*innen die Möglichkeit zu geben, zu einer realistischen Einschätzung seiner Fähigkeiten, Fertigkeiten, aber auch Grenzen zu gelangen und sich im Berufs erproben zu können, sind tagesstrukturierende Maßnahmen Bestandteil der Therapie, d.h. stundenweise Beschäftigung in verschiedenen Arbeitsbereichen in der Einrichtung und berufsorientiertes Praktikum.

Mit der Möglichkeit der vorübergehenden substitutionsgestützten Rehabilitation (< 60 mg Methadon) erschließt sich ein neues Hilfsangebot. Voraussetzung ist die Beikonsumfreiheit von mindestens 4 Wochen vor Beginn der Maßnahme. Es werden Patient*innen erreicht, die bisher an Rehabilitations-leistungen nicht teilnehmen konnten.

INTENSIV-Ganztägig Ambulante – beruflich orientierte – Nachgehende Behandlung Abhängigkeitskranker (I-GA-NA)

Die Behandlungsform kommt im Anschluss an die Phase I der medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker (hier: Ganztägig Ambulante Rehabilitation) eine herausragende Bedeutung zu, um die Möglichkeiten der Rehabilitand*innen zur Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gesellschaft weiter zu festigen und entscheidend verbessern zu können.

Die wöchentlichen Therapiegespräche finden in Form von Einzel- und Gruppengespräche durchgeführt. Für die Patient*innen besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Familiengesprächen mit Partnern, Eltern, Kindern schwierige und belastende Beziehungen zu klären und zu bearbeiten. Die Regeltherapiedauer beträgt 17 Wochen.

Die I-GA-NA ist ein Behandlungsangebot für Patient*innen, die in einer eigenen Wohnung leben und beruflich noch nicht (re-)integriert sind, und beinhaltet insbesondere Leistungen zur Teilhabe; im Einzelnen

  • bei der Tagesstrukturierung und der beruflichen (Re-)Aktivierung zu unterstützen, und
  • „auf dem Weg in Beschäftigung“ zu fördern und möglichst dauerhaft in das Erwerbsleben wiedereinzugliedern,

d.h. sie befasst sich vorrangig mit der Förderung der beruflichen und sozialen (Re-)Integration (vgl. DRV-AG BORA 2014)

  • Förderung der sozialen und beruflichen (Re-)Integrationsfähigkeit und intensive Unterstützung bei der Planung/Umsetzung der beruflichen (Re-)Aktivierung (► in enger Kooperation mit dem Jobcenter, der Agentur für Arbeit, regionalen Arbeitgebern, Trägern der beruflichen Fort- und Weiterbildung)
  • Einleitung/Fortführung einer externen Belastungserprobung zur Stabilisierung/Förderung der Belastungs- und Leistungsfähigkeit
  • Förderung der Krankheitsbewältigungskompetenz und Abstinenzmotivation sowie ggf. Krisen-intervention/Rückfallpräventionstraining
  • Förderung der Kompetenzen zur Bewältigung aufkommender Probleme im „Alltag“ und Maßnahmen zur Tagesstrukturierung
  • Unterstützung bei der Strukturierung von Freizeit (► insbesondere am Wochenende),
  • Hilfestellung bei Problemen im sozialen Umfeld und ggf. Einbeziehung von Bezugspersonen

Ambulante medizinische Nachsorge (ARS-N)

Die ARS-N kommt bei Abhängigkeitskranken, bei denen das Rehabilitationsziel erreicht ist, grundsätzlich im Anschluss an eine stationäre und ganztägig ambulante medizinische Rehabilitation in Betracht. Die wöchentlichen Therapiegespräche werden in Form von Einzel- und Gruppengespräche durchgeführt. Für die Patient*innen besteht die Möglichkeit, im Rahmen von Familiengesprächen mit Partnern, Eltern, Kindern schwierige und belastende Beziehungen zu klären und zu bearbeiten.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 6 Monate bei 20 Therapieeinheiten. Die ARS-N beinhaltet sowohl Einzel- als auch Gruppengespräche. Im Normalfall finden die Therapiegespräche wöchentlich statt, ggf. auch Gespräche mit Bezugspersonen (mit Partner, Eltern u.a. sind 2 Therapieeinheiten vorgesehen).

In der ARS-N werden die in der Vorbehandlung erworbenen Verhaltensweisen und Einstellungen erprobt, nachhaltig gesichert und weiter gefestigt sowie rückfallgefährdende Krisen durch erlernte Kompetenzen angemessen bewältigt. Die ARS-N unterstützt Abhängigkeitskranke somit beim Transfer des Erlernten in den Alltag und bei der Sicherung des Rehabilitationserfolges.

In den Gruppen- und Einzelgesprächen der Nachsorge sollen insbesondere folgende Themen bearbeitet werden:

  • Erhaltung und Stabilisierung der Abstinenz,
  • angemessene Konfliktlösungsstrategien bei drohenden oder aktiven Krisen,
  • Anschluss an eine Selbsthilfegruppe,
  • Förderung von Eigenaktivitäten (z.B. Freizeitgestaltung),
  • Aufbau oder Stabilisierung eines suchtmittelfreien Freundes- und Bekanntenkreises,
  • Förderung der Inanspruchnahme von Maßnahmen zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft,
  • Förderung der Inanspruchnahme von Maßnahmen schulischer und beruflicher (Wieder)-Eingliederung (z.B. Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit zur Wiedereingliederung ins Erwerbsleben, Begleitung einer stufenweisen Wiedereingliederung) und
  • Inanspruchnahme medizinischer und psychotherapeutischer Hilfen.

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