Psychotherapeutische Angebote sind unverzichtbarer Bestandteil der Adaptionsbehandlung, um mit den Patienten die Probleme bearbeiten zu können, die in der fachklinischen Behandlung nicht abschließend bearbeitet werden konnten bzw. auf die Probleme eingehen zu können, die mit dem Ziel der „Wiedereingliederung in das Gesellschaftssystem“ und der Basis für eine „zufriedene und stabile Abstinenz“ verbunden sind (vgl. Braun 2001, 62). „(Psycho-) Therapie bedeutet dann... Verständnis und Sorge (um den Patienten) und damit verbunden Hilfe zur Akzeptanz der Erkrankung und zur individuellen Veränderung als Auseinandersetzung mit dem Lebenssinn und individuellen Schicksal“ (Munz et al. 2011, 132). Sie dient der Heilung oder Besserung von Krankheit und ist nicht zu begrenzen auf soziale Anpassung und berufliche Integration.

Adaption ist die aktive Auseinandersetzung mit der Alltags- und Arbeitsrealität, d.h. die in der „intensivstationären“ Therapiephase I (= Fachklinik) erreichten „Erfolge“ werden erprobt und stabilisiert. Die Patienten benötigen stabilisierende und fördernde Hilfestellungen i.S. einer kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung, um ihre Belastbarkeit im Alltag zu fördern und zu stärken. Erfahrungen der überdauernden Kontinuität des eigenen Handelns und erfolgreichen Bewältigens von schwierigen Situationen sollen ermöglicht werden. Den Patienten wird die Möglichkeit gegeben, sich mit der psychotherapeutischen / psychosozialen / soziotherapeutischen Unterstützung der Adaptionseinrichtung in den Alltag zu integrieren.

 

 

ADAPTIONSEINRICHTUNG "HAUS MIT AUSSICHT"



 

„Rehabilitation soll chronischen Erkrankungen vorbeugen, die Arbeitskraft chronisch Kranker soweit als möglich wiederherstellen und erhalten, Behinderungen... durch funktionsbezogenes Training beheben oder mindern und Verhaltensstörungen oder Abhängigkeitserkrankungen u.a. durch psycho- und verhaltenstherapeutische Maßnahmen soweit beseitigen, dass den Patienten eine aktive Teilhabe am beruflichen und gesellschaftlichen Leben wieder möglich wird“ (Borges et al. 2006).

Adaption – Regeltherapiedauer 13 (Indikation Alkohol) bzw. 17 (Indikation: Drogen) Wochen – ist Bestandteil der Leistungen zur medizinischen Rehabilitation Abhängigkeitskranker gem. den Bestimmungen des SGB V, VI, IX und XII in der Leistungsträgerschaft der Krankenkassen, Rentenversicherungsträger und Sozialhilfeträger und stellt die konzeptionell eigenständige Phase II der Entwöhnungsbehandlung dar.

Ziele: Entsprechend § 107 Abs. 2, Pkt. 1b SGB V und der „Vereinbarung Abhängigkeitserkrankungen“ vom 04.05.2001 bestehen als Ziele, Krankheit zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder Krankheitsbeschwerden zu lindern, bereits erzielte Behandlungserfolge zu sichern oder zu festigen, eine dauerhafte Abstinenz zu erreichen und zu erhalten, körperliche und seelische Störungen weitgehend zu beheben oder auszugleichen sowie die möglichst dauerhafte (Wieder-) Eingliederung in Arbeit, Beruf, Schule und Gesellschaft zu erhalten bzw. zu erreichen.