Mit dem Setting der ambulanten/teilstationären Adaption ist ein Rahmen gegeben, der den Patienten ermöglicht, kontinuierlich an ihrer Problematik weiterzuarbeiten. Es werden Möglichkeiten eröffnet, die Schwierigkeiten und Probleme des neuen Lebenskontextes zu thematisieren, problembezogene Bewältigungsstrategien zu entwickeln, immer wieder Erleichterung und Ermutigung zu finden, d.h. Ansprechpartner zu haben, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das positive Erleben von Sinnerfahrung und Belastungsbewältigung wird gefestigt. 

Die Sicherung der Abstinenz ist zentrales Ziel, wobei die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen dabei von entscheidender Wichtigkeit wird. Bislang wurde der Konsum von Suchtmitteln – auch legalen – durch die Regeln und Grenzen des stationären Behandlungsrahmens eingeschränkt bzw. verboten. In seinem eigenen Lebensumfeld muß nun jeder Patient seinen eigenen Weg finden.

Die Art der Bewältigung von belastenden Situationen wird entscheidend von der sozialen Unterstützung durch die Bestätigung im beruflichen Alltag, durch eine allgemein optimistische bzw. pessimistische Haltung und durch das Selbstkonzept der Person beeinflusst. Dabei benötigen die Patienten Hilfestellungen, damit sie ihren abstinenten (Lebens-) Weg fortsetzen oder ggf. zu einem risikoarmen Konsum legaler Suchtmittel, hier insbesondere Alkohol, gelangen.

AMBULANTE / TEILSTATIONÄRE ADAPTION



Im Sinne einer weiteren Flexibilisierung und Differenzierung der medizinischen Rehabilitation haben wir mit der Westfälischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (WAG) das Angebot der ambulanten / teilstationären Adaption entwickelt.

Über diese Form der Rehabilitation wird eine langsame Ablösung aus dem stationären Rahmen ermöglicht, so daß sich die Patienten im eigenen Lebenskontext weiter stabilisieren können. In dieser schwierigen und belastenden Übergangssituation ist zu berücksichtigen, daß viele Patienten erstmalig allein in ihrem eigenen Lebensumfeld zurecht kommen müssen und i.d.R. den Anforderungen eines Arbeitsplatzes genügen müssen.

Insbesondere in den ersten Wochen nach Ab-schluß der stationären Behandlung ist es für die Patienten schwierig, ohne Hilfestellungen und Kontrolle ihren Lebensalltag zu strukturieren und den alltäglichen Verpflichtungen nach zu kommen. Immer dann, wenn „Freiräume/Wartezeiten“ zu überbrücken sind (z.B. bis berufliche/schulische Maßnahmen beginnen), wird es „kritisch“ für die Patienten. Die weitere Einbindung in strukturierende und begleitende Maßnahmen der Einrichtung (z.B. durch Einzel- und Gruppengespräche) gibt Halt und Struktur, vermeidet Verhaltensrückfälle und fängt destruktive, unreife Abwehrmechanismen auf.